Social-Voting-App DVEL ist der große Sieger der 1. Folge von 2Min2Mio

2 Minuten 2 Millionen startete am 8.März in die dritte Staffel – Puls4 gab an, dass 148.300 Menschen zugesehen haben, eine Steigerung von 66 Prozent im Vergleich zur letzten Staffel. Und: in der dritten Staffel soll so viel, wie noch nie investiert werden.

Die Investments kommen dabei von der Jury, bestehend aus: Daniel Zech von SevenVentures Austria – dem Beteiligungsarm der ProSiebenSat.1 Puls4-Gruppe; Marie-Helene Ametsreiter, Partnerin bei Speedinvest; Heinrich Prokop vom Investmenthaus Clever Clover; Michael Altrichter von Startup300; Winzer Leo Hillinger und der Industrielle und Investor Hans Peter Haselsteiner. Sie stellen nach einem 2-minütigem Pitch Ideen auf den Prüfstand, um anschließend Angebote zu machen.

Die Gewinner des Abends waren die Gründer von Dvel. Sie haben mit 800.000 € den Großteil der insgesamt investierten 1,1 Mio. € abgeräumt. 50 Prozent davon in Form von Finanzierung, 50 Prozent in Form von Werbeplatz. „Wir sind superhappy mit Michael Eisler, Michael Altrichter, Hansi Hansmann und Stefan Kalteis, die besten Business Angels Österreichs an Board zu haben,“ sagt Gründer Peter Buchroithner im Gespräch mit Forbes Austria.

Dvel meldete sich kurz nach der Sendung via Facebook aus Los Angeles, wo sie gerade ihr Business weiterentwickeln und eine neue Form der App, Swell, gelauncht haben. „Unsere Server drehen – wegen den vielen neuen User – gerade durch. Ihr seid super, vielen Dank!“ Schon während der Show hatten sich 5.000 neue User angemeldet, zudem wurden 1.000 Dvels während der Sendezeit erstellt. Ein Dvel ist eine Abstimmung über zwei Fotos, die User posten und die von anderen Usern geliked werden – je nachdem welche Option besser gefällt. „Nach der Show waren wir nervöser als vorher. Ich würde das gerne jeden Tag machen,“ sagt Gründer Peter Buchroithner im Interview.

Fernsehproduktionen sind eine sehr aufwändige Sache. Mehrere Drehtage, die bis zu 12 Stunden dauern können, fordern jeden Beteiligten. Warum also mitmachen? Im Falle der Startups, und am Beispiel Dvel, sieht man, dass der Auftritt zu Investments, Traffic, Usern respektive Kunden und mehr Bekanntheit führen kann.

Auch bei den umtriebigen Investoren stellt sich die Frage, welche Vorteile eine Teilnahme denn bringt. Jurorin Marie-Helene-Ametsreiter erklärt das so: „Für uns als Investoren ist es natürlich gut, sichtbar zu sein. Außerdem erfahren wir von Start-ups, die wir durch den speziellen Fokus, den wir alle haben, sonst nicht sehen würden. Die Pitches sind außerdem auf einem sehr hohen Niveau.“ Dem pflichten auch die anderen Juroren bei. Haselsteiner: „Ich wäre ohne die Sendung auf manche Unternehmen nie gekommen.“ Hohes Niveau und gute Selektion also. Wie macht Puls4 das? Sendungsverantwortliche Caroline Klinger dazu: „Wir casten jedes Startup im Vorfeld und achten darauf, ob die Ideen oder Produkte auch massentauglich sind.“

Puls4 bringt mit 2 Minuten 2 Millionen ein spezifisches Thema – Start-ups – in die Masse. „Startups bekommen Feedback und Werbung“, so Ametsreiter, „Es ist ein toller Spagat zwischen breitenwirksamer Unterhaltung und einem sinnvollen Zweck, nämlich der Entwicklung der Entrepreneur-Szene in Österreich.“ Und in Österreich hört man ja auch vielerorts vom Aufholbedarf in Sachen Risikokapital. „Das Thema per se braucht Breitenwirkund, dass es auch politische Beachtung findet“, so Ametsreiter.

Zuletzt wurde mit der Novellierung des Alternativfinanzierungsgesetzes ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Was sonst noch zu tun ist? „Steueranreize für Investitionen in Start-ups und die steuerliche Befreiung aus den daraus folgenden Gewinnen.“ Zudem müssten die Bedingungen in Sachen Anschlussfinanzierung und dem Schritt zum „richtig großen Geld“ verbessert werden. Positives gibt es laut Ametsreiter aber auch: „Wir haben in Österreich eine gute Basis für die Finanzierung frühphasiger Organisationen mithilfe von Fonds und Business Angels.“

Warum sie außerdem, übrigens schon zum zweiten Mal, dabei ist? „Es macht mir großen Spaß.“

Die erste Folge könnt ihr euch hier online ansehen.

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