Jeder Anfang braucht die Neugier und auch den Mut derer, die ihn antreiben. Das haben wir im Rahmen der Arbeit an dieser Ausgabe gelernt. Wir waren bei gewagten und manchmal vielleicht notwendigen Neuanfängen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich – und haben uns die Konzepte und Perspektivenwechsel der Akteure erklären lassen.

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Vielleicht haben Sie sich über das blaue Gummibärchen auf unserem Neujahrs-Cover gewundert. Oder Sie kennen uns mittlerweile schon so gut und wissen, dass wir ganz gerne auch mal was Neues ausprobieren. Was dabei hilft: Der Gummibär ist prominent. Trotz dieses Bekanntheitsstatus aber haben wir nichts am Aussehen des süßen Produktes verändert. Das Gummitier ist wirklich blau.

Entstanden ist er im Rahmen eines Auftrags von Haribo an die jungen Berater von Innosabi in München. Die traditionsreichen Süßwarenproduzenten waren auf der Suche nach Innovation, genauer gesagt nach Möglichkeiten, laufend neue Ideen zu generieren und auch in die Produktion aufzunehmen. Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen, wo denn da genau der Innovationsfaktor stecken soll. Richtig. In der anderen Farbgebung sicher nicht – oder nur sehr am Rande. Der blaue Goldbär ist Teil der Haribo-Fan-Edition und entstand auf Wunsch der Kunden, die, wie Sie ja wissen, froh sind und auch bleiben sollen. Crowdsourced Innovation heißt das schlicht. Auf Wunsch der Haribo-Community wurde der Bär also blau gemacht. Und damit beim Produzenten vieles in den Prozessen – von Produktion bis Organisation – anders. Der überaus komplexe Beratungsprozess samt Crowdsourcing-Strategien und entsprechender Technologie dahinter ist – auch wenn der Fall Haribo schon zwei Jahre auf dem Buckel hat – noch so neu, dass er keinen Namen hat. Innosabi unterstützt seine Kunden dabei, neue Ideen, auch Produkte, zu kreieren. Der Input dafür kommt dabei nicht von innen, sondern von außen.

Teilhabe wird bei der Kundenbindung nicht nur bei Haribo wichtiger. Das heißt aber auch, denkt man an Innovation an sich, dass Neues entstehen kann, während das Alte bestehen bleibt. Nicht immer muss also Letzteres Ersterem Platz machen. Ein Anfang muss nicht radikal anders sein, gewohnte Geschäftsmodelle disrumpieren. Auch eine kleine überraschende Veränderung birgt die Kraft in sich, Mannschaften oder Produkte mit „frischem Wind“ zu versorgen und so nachhaltig in der Organisation Platz zu finden.

Die Gebrüder Freitag – ja, die mit den Taschen aus Lastwagenplanen und vielem mehr – möchten sich nach 23 Jahren erfolgreicher Marktpräsenz eine neue Organisationsform verordnen. Und das mit einer Beratergruppe, die sich selbst erst vor Kurzem neu erfunden hat. Und wir haben auch mit zwei Patentanwälten der 1851 gegründeten Kanzlei Sonn & Partner gesprochen – über die Ideen anderer und das eigene Geschäft. Dem Erfindergeist dreier Start-up-Unternehmer wiederum ist es zu verdanken, dass nun auch Blinde und Sehbehinderte mit Tablets arbeiten können. Auch das ist neu – und überraschend spät am Markt.

Und dann haben wir uns auch neue Entwicklungen zu schon älteren Ideen wie der Bargeldabschaffung angeschaut. Ja, wir sind Forbes, mit einem Ranking der Top-Fintechs. Nicht zuletzt wird Ihnen, aufmerksame Leser, die Sie sind, auffallen, dass wir ein paar Dinge in unserem Investmentteil verändert haben. Bitte lassen Sie uns doch wissen, wie Sie das finden. Ansonsten im Namen der Forbes-Redaktion: einen guten Start ins Jahr 2017!

Lassen Sie uns gemeinsam die Welt niederreißen!

Das Jännerheft ist online und ab morgen 12.11. in Österreichs Trafiken erhältlich.

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