Nächster Exit: Shpock

Schibsted Classifieds Media übernimmt mit 91 Prozent die Kontrolle über die Flohmarkt App Shpock. Das gesamte Team bleibt an Bord, Shpock wird zu einer globalen Marke weiterentwickelt.

Das ging schnell. Seit einigen Tagen spricht die Start-up Szene von einem weiteren Exit in der Größenordnung der Fitness App Runtastic. Nun bestätigten sich die Gerüchte: Vor kurzem wurde bekannt, dass der Mehrheitseigentümer der Flohmarkt App Shpock, Schibsted Classifieds Media zu den bereits 2013 erworbenen 82 Prozent, vergangenen Freitag noch weitere neun Prozent drauflegte. Mit 91 Prozent übernimmt der norwegische Investor und Weltmarktführer im Kleinanzeigenbereich die Kontrolle über das Unternehmen.

Über genaue Zahlen möchte Katharina Klausberger, mit Armin Strbac Shpock Gründerin, auf Anfrage von FORBES Austria nicht reden. Im Juni 2015 als FORBES Austria die Gründerin zum Interview traf, war dieser Deal noch kein Thema, sagt sie. “Allerdings haben wir laufend nach möglichen Lösungen gesucht, um die Firma weiter voranzutreiben. Und: Ich bin total glücklich! Dass wir, das gesamte Shpock Team, so etwas aus dem kleinen Wien heraus schaffen, ist schon unglaublich. Dafür haben wir hart gearbeitet”, so Klausberger zufrieden. Das im Sommer noch erweiterte Büro im zweiten Bezirk wird das Shpock Team wohl bald wieder wechseln. “Wir müssen uns um etwas Neues, Größeres umschauen”, so Klausberger weiter. Der Mitarbeiterstab von aktuell 44 werde deutlich größer werden. Auch da hält sich Klausberger bedeckt – nur so viel: “Wir werden einfach deutlich wachsen.”

Dieser Deal ermöglicht dem Start-up sich in Richtung “globale Marke” weiter zu entwickeln und das Wachstum auch außerhalb der Kernmärkte Deutschland, Großbritannien und Österreich voranzutreiben. Wenig überraschend bleiben auch die Pläne dafür vorerst geheim. “Sicher ist nur: Morgen wird im Team gefeiert. Das war nicht nur für uns wichtig, sondern ist auch ein wichtiges Zeichen für die österreichische Start-up Community”, so Klausberger hocherfreut. Die verbleibenden neun Prozent von Shpock liegen weiterhin bei Klausberger und Partner Strbac, die – ebenso wie das gesamte Team – an Bord bleiben und das Unternehmen weiterhin leiten werden.

Seit dem Start von Shpock im September 2012, mit damals zwei Gründern – Klausberger und Armin Strbac – und einem Part-Time-Programmierer, ist das Unternehmen bis heute rasant gewachsen. Im August zählte der digitale Marktplatz 10 Millionen User in Österreich, Deutschland und Großbritannien. Mittlerweile werden – laut eigenen Angaben – Produkte im Wert von 2,5 Milliarden Euro in der App gehandelt. Monatlich zählt die App rund eine Milliarde App-Seitenaufrufe.

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