SEA Award: Nachhaltige Startups aus aller Welt

Zum fünften Mal wurden mit dem Sustainable Entrepreneurship Award Startups ausgezeichnet, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich Großes vorhaben. 

„Wir haben nicht mehr viel Zeit, um die Welt zu retten. Unternehmer und Politiker müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und wir alle müssen bei uns selbst beginnen – mit einer umfassenden Revolution, durch die wir unsere Verantwortung für den Planeten  wahrnehmen”, sagte Speaker Jim Walker, Co-Gründer der Climate Group im Rahmen einer bewegenden Keynote. Nach wie vor braucht es viel Idealismus, um nachhaltige und ressourcenschonende Alternativen für Produkte und deren Produktion durch- und umzusetzen. Daher ist es für SEA-Initiatorin und Verlegerin Christina Weidinger an der Zeit, Nachhaltigkeit zum Mainstream zu machen. (Unten auf dieser Seite steht sie Forbes Austria im Interview Rede und Antwort.)

In fünf Kategorien wurden Auszeichnungen vergeben – für allesamt innovative Projekte, die einen hohen gesellschaftlichen aber auch wirtschaftlichen Beitrag zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft leisten. Zwischen den Ehrungen der Sieger sorgten Auftritte der 12-jährigen Beau Dermott, deren außergewöhnliche Stimme bei ihrer Teilnahme der Show „Britain’s Got Talent“ entdeckt wurde, und des Jugendchors des ORG der Wiener Sängerknaben, für Gänsehaut. Ein weiteres Highlight war die musikalisch und tänzerisch begleitete Fashion-Show des chinesischen Modelabels „Heaven-Gaia“. Gründerin Mavis Tingying Wang, plädierte in ihrer Keynote ebenso für die Rettung unseres Planeten. Durch den Abend führten Manuela Raidl und Stuart Freeman (FM4). Eine prominent besetzte Jury, unter dem Vorsitz von Catlin Powers, Programmleiterin Center for Health & the Global Environment an der Harvard University, zeichnete folgende Projekte aus:

  • „Plastik & Recycling“:- Full Cycle Bioplastics (USA)… ihr patentierter Prozess wandelt organische, nicht essbare Abfälle und Zelluloseabfälle, wie z.B. Lebensmittel, Agrarerzeugnisse, biologische Nebenprodukte, Karton und Papierabfälle in eine kostengünstige, kompostierbare Variante des Bioplastiks um, welche PHA genannt wird.
  • „Lifstyle & Kultur“: Smart Floating Farms (Spanien)… Das Smart Floating Farms Konzept ist ein vertikales, solarbetriebenes, schwimmendes Farmsystem.
  • „Wissen & Bildungswesen“ – BLITAB® (Österreich)…ist das weltweit erste haptische Tablet, welches eine innovative Technologie zur Darstellung von fühlbarer Braille Schrift, Grafiken und Karten für Menschen mit eingeschränkter Sicht.
  • EU-InnovatE Award – Leaf Republic (Deutschland)…entwickelt, produziert und vermarktet Produktinnovationen für die Lebensmittel-, Verpackungs- und Papierindustrie, auf Basis von Blättern.
  • SEA Best Project 2016 und Preisgeld 10.000 Euro: Full Cycle Bioplastics (USA) 

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Forbes Austria: Frau Weidinger, wie kamen Sie auf die Idee den Sustainable Entrepreneurship Award ins Leben zu rufen? 

Christina Weidinger: Meine Cousine musste in der Schule ein Referat über die Welt von morgen halten. Sie ist im Wohnzimmer gestanden und hat es uns vorgetragen und erklärt, die Regenwälder werden abgeholtz, die Meere überfisch und so weiter. Ich war früher selbst Aktivistin und habe in dem Moment noch einmal realisiert wie dramatisch unsere Situation eigentlich ist. Damals gab es den Diabla Mediaverlag bereits und ich hatte zwar eine Stimme, war aber durch meinen Alltag in dieser Mentalität verhaftet nur bis zur eigenen Nasenspitze zu denken. Das war der Startschuss. Ich habe Dr. Franz Fischler (Anm.: ehemaliger Landwirtschaftsminister, ÖVP; Präsident europäisches Forum Alpbach) angerufen und ihm von meiner Idee eines neuen Formates – dem Sustainable Entrepreneurship Award – erzählt, aus dem heraus der heutige SEA entstanden ist.

An welche Unternehmen richtet sich der SEA?

Wir suchen Unternehmen weltweit, die nicht nur ein ökologisches, oder gesellschaftliches Problem lösen, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein können. Wir haben immer sensationelle Projekte. Es war erneut wirklich schwierig aus den 800 Einreichungen, die wir in diesem Jahr hatten, die besten 15 auszusuchen. Es ist ganz klar: Bei uns kann kein Unternehmen gewinnen, das nicht den Markt knallhart analysiert hat und zeigen kann, dass die Wachstumskurve ganz steil nach oben geht. Wir suchen keine Gutmenschen-Projekte, sondern Projekte, die den Markt aufmischen, etwas bewegen, aber auch reale Gewinne erwirtschaften können.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus? Sind sie an Start-ups beteiligt? 

Wir schreiben den SEA aus und bekommen Einreichungen. Momentan geben die Unternehmen online noch verschiedenstes an, aber schon nächstes Jahr wird es eine sorgfältige Due Dilligence geben. Bis jetzt war der Preis mit 10.000 € dotiert und auch dieser soll größer werden. Da wir von Sponsorengeldern leben ist es ein jährlicher Kampf und die Budgets dafür werden auch nicht größer. Deswegen ist es für uns sehr wichtig, diese internationale Stufe zu nehmen und mit Großkonzeren zusammenzuarbeiten. Wir vermittlen Investoren und Unternehmen – dieses Jahr sind zum Beispiel 30 chinesische Invetoren hier. Manche machen Investments ganz autuonom, andere haben die Future4You GmbH im Vertrag – was bedeutet, dass wir in den Deal mit eingebunden sind, aber momentan noch keine Anteile bekommen. Unsere Ziele sind es, diese Vermittlungsrolle weiter auszubauen und auch eigenständig Investments zu tätigen.

Haben Sie allein gegründet? 

Ja ich habe die Future4You GmbH, die den SEA ausrichtet vor einem Jahr gegründet. Ich halte 60 Prozent, mein Geschäftspartner Hermann Tribuser hält 40 Prozent. Wir sind fünf Leute, die Vollzeit daran arbeiten. Weltweit haben wir Kollaborationen mit Partnern in Afrika, Schottland, Amerika und China.

Warum haben Sie ausgerechnet chinesische Investoren nach Wien eingeladen?

Wir haben eine große Kooperation mit Heaven Gaia und die Investoren kommen auch über die Gründerin des Labels. Wir passen sehr gut zusammen und haben eine sehr intensive Kooperation, deshalb sind in diesem Jahr so viele chinesische Investoren unsere Gäste. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen, weil sie Handschlag-Qualitäten beweisen – als Investoren wissen sie genau, was sie wollen und müssen von einer Idee wirklich überzeugt sein, bevor sie sich dieser zuwenden.

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