Von 50 Millionen € Umsatz 2016 kamen 100 Prozent aus dem Ausland – das Unternehmen Schiebel sitzt in Wien und hat ein Montagewerk in Wiener Neustadt. Dort haben wir CEO Hannes Hecher und CTO Chris Day zum Interview getroffen und in die Produktionshallen eines – wie sie sagen – Weltmarktführers geblickt.

90 Prozent von Schiebels Umsatz entfallen auf den „Camcopter S-100“ – einen unbemannten Helikopter, der zur Überwachung eingesetzt wird. Etwa zur Überwachung von Grenzgebieten oder Waffenstillständen – oder aber auch bei Einsätzen rund um Lampedusa (Italien), um schiffbrüchige Flüchtlinge und Schlepperboote aufzuspüren. Beim Grenzschutz, der momentan 15 Prozent des Unternehmensumsatzes ausmacht, wird jedoch beim Unternehmen noch Luft nach oben verortet.

 

Wir blicken auf eine lange Geschichte mit unbemannten Helikoptern zurück und sind Weltmarktführer in dem Bereich.

Zu rund 80 Prozent wird der Camcopter vom öffentlichen Sektor, also Regierungen und Ministerien, nachgefragt. Mitte der 1990er begannen die Ingenieure des Unternehmens, auch „klassische“ Drohnen zu entwickeln. Anfang 2005 stellte Schiebel den eben erwähnten Camcopter vor. Das Gerät ist der Grund, warum der Betrieb in militärische Zonen kommt – und somit auch immer wieder in der Kritik steht. Zumal die unbemannten Drohnen von Schiebel rein theoretisch auch im Gefecht eingesetzt und mit Waffen ausgestattet werden können. Um die Zulassung für den zivilen Luftverkehr und damit neue Geschäftsfelder bemüht sich Schiebel gerade; sie soll ­dieses Jahr erteilt werden.

Zusätzlich zu den 200 Kilogramm Eigengewicht kann der Camcopter noch 50 Kilogramm transportieren. Die Entwicklungen rund um den Helikopter wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten finalisiert. Das Land war gleichzeitig der erste große Auftraggeber und kaufte auf einen Schlag 60 Exemplare. Ein Helikopter-­System (also zwei Helikopter samt Antenne und Steuerungselektronik) liegt preislich im unteren ­einstelligen Euro-Millionenbereich. Während der „Minihelikopter“ heute auch das geschäftliche Hauptprodukt ist: Der internationale Erfolg von Schiebel beruht auf dem ursprünglichen Geschäftsfeld – den Minensuchgeräten. Ein Auftrag der schwedischen Armee war dabei der Einstieg in den internationalen Markt. Zum Durchbruch verhalf dann ein Großauftrag der US-Armee 1991. In den USA kam auch der jetzige CEO Hannes Hecher zum ersten Mal mit dem Unternehmen in Kontakt – mittlerweile ist er seit vier Jahren an Bord. Zum Interview begleitet ihn Chris Day. Seit über 30 Jahren forscht der frühere Militärpilot nun schon an unbemannten Helikoptern – zu viele Unfälle, bei denen Pilotenkollegen ums Leben kamen, musste er ansehen, wie er sagt. Das bewegte ihn dazu, zu den Drohnen zu wechseln. Denn: Damals war der Markt noch kaum erforscht. Vor Schiebel hat Day auch für Regierungen gearbeitet, heute ist er vor allem dafür zuständig, die Technologien, die Schiebel anbietet, immer am neuesten Stand zu halten – und die Produkte kontinuierlich zu verbessern.

Wie kam es dazu, dass Schiebel mit Ausrüstungen für die Minensuche begann und das Angebot dann um unbemannte Drohnen erweiterte?

Hannes Hecher (HH): 1951 gründete Hans Georg Schiebel, der Vater des heutigen Eigentümers, das Unternehmen. Eigentlich hatte er Elektronikbauteile und Fernsteuerungen für verschiedene Anwendungen angeboten. Mitte der 1980er-Jahre übernahm sein Sohn. Mehr oder weniger per Zufall kam er darauf, dass die ­Elektronik, die sie produzierten, auch für das Aufspüren von Minen eingesetzt ­werden kann. Damit begann auch diese starke Exportorientierung. Das ­Equipment verkaufte sich richtig gut – die Entwicklung begann damals mit einem Auftrag der schwedischen Armee. 1991 konnten wir mit einem Auftrag für die U. S. Army die Weltmarktführerschaft etablieren. Damals war das Aufspüren von Minen noch stark im öffentlichen Bewusstsein, und diesem folgte auch das öffentliche Geld. Mittlerweile ist das etwas abgeebbt, dennoch gibt es viele Gebiete, wo es nach wie vor viele Minen gibt.

Chris Day (CD): Es werden weltweit geschätzt noch 62 Millionen Minen eingesetzt. Viele Menschen verlieren dadurch ihr Leben – in vielen großen Konflikten sind sie nach wie vor eine beliebte Waffe. Wenn man nach Minen sucht und gräbt, sind die Chancen sehr hoch, sich zu ­verletzen – es ist einfach gefährlich. Hans ­Georg Schiebel fragte sich, wie man den Menschen aus dieser gefährlichen Situation heraushalten kann, und hatte die Idee, unbemannte Helikopter mit Plattformen einzusetzen, von denen aus gesucht wird. Das war dann der nächste große Schritt.

Was kann der Camcopter heute alles?

CD: Es gibt ihn nun schon seit rund zehn Jahren, zuvor wurde er zehn Jahre entwickelt. 1994 begannen wir, daran zu arbeiten. Demnach haben wir nun schon viel Erfahrung mit dieser Art unbemannter Helikopter. Er setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen: verschiedenste Hardware, Software, Datenschnittstellen, Prozessoren, Sensoren. Die Sensorik kostete etwa bis in den 100.000-€-­Bereich und ist „State of the Art“. All diese Komponenten müssen ständig aktualisiert werden – die Technologie entwickelt sich laufend weiter und die Kundenbedürfnisse verändern sich auch ständig. Kunden wollen immer mehr mit den Helikoptern machen, noch höher und weiter fliegen, noch mehr Sensorik. Begonnen haben wir mit einer normalen Videokamera – heute sind mehrere Kameras unten am Helikopter angebracht. Sie können Menschen kilometerweit erkennen. Wir können dank des Radarsystems auch durch Wolken und schlechtes Wetter sehen, das ist ein Vorteil. Es ist auch Wärmeerkennung möglich oder Tag- und Nachtsicht dank einer Infrarotkamera. Wir finden alles. Der Camcopter ist ein bisschen wie ein Werkzeugkasten. Je nachdem, was der Kunde damit machen möchte – bildgebende Verfahren oder auch anderes –, entwickeln wir gemeinsam die Zusammenstellung der Komponenten.

HH: Natürlich braucht man auch die entsprechende Infrastruktur rundherum, so einen Helikopter kann man nicht einfach vom Smartphone aus steuern. Unsere Kernkompetenz dabei ist, von allen möglichen Komponenten die besten Zulieferer mit den besten Produkten auszusuchen und das alles dann in unser System zu integrieren. Wir machen auch die Flugsoftware.

CD: Das Spannende ist, und hier haben Hans (Georg Schiebel, Anm.) und das Team bemerkenswerte Arbeit geleistet: Sie haben den Camcopter so einfach wie möglich in seiner Bedienung gemacht. Das ist einer unserer USPs (Unique Selling Proposition, Anm.), denn nach sechs Wochen Training kann jeder einen Camcopter bedienen – auf der ganzen Welt.

HH: Daran haben wir auch zehn Jahre gearbeitet. Ein anderer USP ist, dass wir ein Take-off-Gewicht von 200 Kilogramm haben, 50 Kilogramm kann man noch mitnehmen.

Wie kam es, dass Herr Schiebel zehn Jahre lang bei der Entwicklung blieb, obwohl es ja nebenbei die gut funktionierende Minensuch-Schiene gab?

HH: Nachdem wir ja keine ­Kunden hatten, weil sich keiner am Markt dieser Entwicklung bewusst war, ­waren es ein Mann und seine Vision, die diese Entwicklung pushten.

CD: Seine Vision war eben, ein Minensuchsystem in der Luft zu haben. Und zu beenden, dass Menschen bei der Suche verletzt werden.

Unsere Lieferantenkette ist ein Grund warum wir in Österreich geblieben sind.

HH: Mit der zehnjährigen Entwicklung haben wir auch viele ­Lernkurven gesehen. Und mit einem frühen Kunden, den Vereinigten Arabischen Emiraten, fanden wir auch einen „Early User“. Wir haben die Entwicklungsarbeit dort finalisiert und die Serienproduktion vor dem Marktlaunch 2005 ebenfalls dort begonnen, weil das Auftragsvolumen so groß war. Nachdem wir unseren Part erfüllt hatten, holten wir die Produktion nach Österreich, weil wir ein österreichisches Unternehmen sind. Auch das geistige Eigentum blieb beim Unternehmen Schiebel. Hier hatten wir schon das meiste an Ressourcen und Betriebsstätten. Das ist übrigens auch eine unserer  Kernkompetenzen: Forschung und Entwicklung. Laufend entstehen neue Ideen in unserem Haus, wir prüfen sie, testen sie an einem ­Helikopter, und wenn sie gut sind, werden sie produziert. Diese Produktion von Zulieferteilen lagern wir aber meistens aus – deswegen ist auch unsere Lieferantenkette von besonderer Bedeutung. Sie ist auch ein Grund, warum wir in Österreich geblieben sind. Wir haben ein recht großes Netzwerk an Unternehmen, die für uns produzieren und in ihrem Gebiet echte Spezialisten sind und die besten Lösungen anbieten. Wir fügen dann die Einzelteile hier im Werk zusammen.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

HH: Man kann Camcopter kaufen, leasen oder aber auch Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

CD: Ja, wir trainieren Kunden etwa auch vor Ort und sie können Camcopter kaufen und selbst bedienen, was sie wollen. Er ist auch sehr flexibel verwend- und erweiterbar – so ist er designt. Die Leasing-Option wird aber auch immer wichtiger. Und eine weitere Möglichkeit, die ebenfalls mehr und mehr ins Spiel kommt, ist, dass wir die Bilder für Kunden sammeln. Das wird dann zum Beispiel nach dem Aufkommen des Materials in Stunden abgegolten.

HH: Ich finde es natürlich besser, wenn jemand einen Camcopter kauft.

Bekommen Sie mit dieser Dienstleistungsoption eine klarere Vorstellung, wofür Camcopter eingesetzt werden und was die Kunden möchten?

CD: Ja. Dieses Lernen hört aber nie auf. Anfangs war die Entwicklung getrieben von der Vision des ­Eigentümers. Heute wird sie vom Markt und den Kundenbedürfnissen angeschoben. In den letzten fünf Jahren gab es einen intensiven Wettbewerb – doch mit unserer heutigen Stellung als Marktführer haben wir den Vorteil, dass Kunden zu uns kommen und uns nach speziellen Komponenten und Funktionen fragen und nahezu monatlich, ja sogar wöchentlich, mit uns im Austausch sind und so die Entwicklung vorantreiben. Wir hängen sehr von diesem fordernden Zyklus ab. Wir fokussieren die Forschungs- und Entwicklungsarbeit sehr extensiv. Weil wir uns eben an das anpassen müssen, was die Kunden möchten – wir müssen aber auch im Blick haben, wie ihre zukünftigen Bedürfnisse aussehen könnten, und beides liefern können. Ein Vorteil dabei ist, dass wir weltweit tätig sind und Büros haben (in den USA, Kambodscha und dem Nahen Osten, Anm.). Nicht nur haben wir dann auch vor Ort Unterstützung – wir bekommen auch von überall auf der Welt Input.

Wir haben in der Ostukraine den Waffenstillstand überwacht.

Wie viel investieren Sie in Forschung und Entwicklung?

HH: 20 Prozent des Umsatzes fließen in diesen Bereich.

CD: Und 70 Mitarbeiter haben wir (Schiebel beschäftigt in Österreich rund 240 Mitarbeiter, Anm.).
Wie kann man sich die Anwendungsfälle vorstellen?

HH: Zum Beispiel hatten wir einen Einsatz über drei Jahre in der Ukraine (2014 begann dort ein bewaffneter Konflikt zwischen der Ukraine und Russland rund um bestimmte Gebiete in der Ostukraine, Anm.). Wir haben dort den Waffenstillstand überwacht. Nach einem Übereinkommen gab es eine demilitarisierte Zone. Das bedeutet, dass die gesamte Artillerie der Truppen auf einem Platz sein muss. Dann gibt es in der Nacht etwa einen Zwischenfall und wir werden gerufen, um zu sehen, was genau passiert ist, ob die Artillerie noch dort ist, wo sie sein sollte. Wenn dem nicht so ist, machen wir uns auf die Suche.

CD: Wir fliegen dann herum und sammeln Bilder, die wir dann den betreffenden Organisationen zur Analyse zukommen lassen.

HH: Da kamen wir dann – als ziviles Unternehmen – auch in einen Konflikt, der von Jahr zu Jahr militärischer wurde. Im ersten Jahr wurden unsere Signale nur von Zeit zu Zeit gestört. Wir arbeiteten dann an Gegenmaßnahmen und waren nach zehn Tagen wieder in der Luft. Die Störsignale häuften sich dann aber relativ schnell. Solche Signale sind ja eigentlich ein Zeichen, das Gebiet zu verlassen – was wir dann auch taten. Das Equipment, das da eingesetzt wurde, war auf dem letzten technologischen Stand und hoch entwickelt. Ich denke nicht, dass das von den Separatisten entwickelt wurde.

Arbeiten Sie auch mit Geheimdiensten?

CD: Jeder, der möchte, kann das System verwenden. Es ist ein sehr wertvolles Werkzeug. Und es gibt ja mehrere solcher Systeme – im Internet sieht man immer wieder, alle verwenden sie.
Kommt es auch vor, dass Sie Kunden ablehnen, wenn die Vermutung im Raum steht, dass Ihr Produkt nicht zweckmäßig verwendet wird?

CD: Immer wieder. Wir dürfen nie vergessen, wie mächtig der Camcopter ist. Und wie viele Möglichkeiten man mit ihm hat, unterschiedlichste Informationen zu sammeln, was an der Bandbreite der Sensorik liegt.

Ihr Unternehmen bewegt sich in einem Bereich, wo Militär und Ziviles verschwimmen. Kommen Sie da nicht oft in einen Konflikt?

CD: Das werden wir oft gefragt. Ich sage immer wieder: Wir treffen keine Entscheidungen. Wir stellen die Informationen bereit, die Entscheidung treffen die anderen – als ziviles Unternehmen muss man da sehr vorsichtig sein.

HH: Wir hatten auch bei ­Einsätzen im Mittelmeer Diskussionen – wir hatten einen Einsatz, wo wir Flüchtlinge auf offener See gesucht haben, die schiffbrüchig wurden. Da haben wir gehört, dass wir die Schlepper unterstützen – das sehe ich nicht so, denn was wäre, wenn wir sie nicht finden und helfen würden, sie zu retten?

Ferngesteuerte Drohnen werden auch im Krieg eingesetzt – unter anderem von der U. S. Army. Die Möglichkeit, auf Ihre Camcopter 50 Kilogramm zusätzlich anbringen zu können, wird in diesem Zusammenhang oft kritisch erwähnt – rein theoretisch könnte man Waffen anbringen. Es gab dazu einmal ein Video vom französischen Rüstungshersteller Thales, das im Internet kursierte, sowie ein Bild von einem Camcopter, der mit einer Luft-Boden-­Rakete ausgestattet ist. Was sagen Sie dazu?

HH: Ja, dieses Foto tauchte auf – unsere damaligen Geschäftspartner wollten Spannung erzeugen für eine Messe (das Video ist nicht mehr online, Anm.). Das Bild, das auf Wikipedia auftaucht, zeigt ein Ausstellungsstück, das auf einer Messe von unserem damaligen Partner präsentiert wurde – ­leider ist es nicht so einfach, das Foto von Wikipedia runterzukriegen. Für uns ist das ganz klar. Wir sind gegen eine Aufrüstung unserer Camcopter und den Einsatz von Waffen mit ihm. Technisch macht das auch gar keinen Sinn.

CD: Diesen Bereich brauchen wir nicht. Es gibt so viele Geschäftsmöglichkeiten, die Waffen exkludieren. Abgesehen davon ist das viel zu kompliziert – unsere Überzeugung ist es, diese Bilder aus der Vogelperspektive zu sammeln. Das ist der beste Anwendungsfall für diese Technologie.

Aber Sie meinten doch, jeder kann mit der Technologie machen, was er möchte?

CD: Trotzdem brauchen sie von uns technische Beratung und Informationen, um das umsetzen zu können – und das bieten wir einfach nicht an. Weil es nicht Teil unseres Geschäftsmodells ist. Wie gesagt: Es gibt genügend andere Bereiche – und das ist ein sehr sensibles Thema.

Welche Geschäftsmöglichkeiten gibt es denn in Zukunft?

CD: Wir sehen den typischen Amazon-Zustellungsdrohnen-Fall nicht.

HH: Momentan arbeiten wir noch an der Zulassung von der EASA (European Aviation Safety Agency) für den zivilen Luftraum. Da gibt es ein Rennen zwischen Europa und den USA, die Legislatur bereitzustellen, mit der Unternehmen diesen offenen Luftraum betreten dürfen. Dort werden wir dann massive ­industrielle ­Datensammlungen sehen. Wann auch immer Daten aus dieser Perspektive nützlich sein könnten, werden sie auch gesammelt werden. In der Landwirtschaft zum Beispiel könnten wir dann feststellen, welche Pflanzen etwa unter- oder überbewässert sind. Oder bei Schädlingsbefall, welche ­Pflanzen konkret befallen sind und nur jene entfernen und mit Pestiziden behandeln – das würde das Pestizid­aufkommen in der Landwirtschaft vermindern. Oder im Straßenverkehr, wenn es einen Stau gibt: ob der von einem Unfall verursacht wurde und wie sich dieses Szenario darstellt. Das könnte gleich an die Einsatzkräfte weitergeleitet werden, die sich, bevor sie vor Ort sind, ein Bild der Situation machen können.

Ich finde, die KMU sind der agilste Markt und stellen die meiste Innovation bereit.

Wie blicken Sie als Manager eines KMU auf den Mittelstand in Österreich?

HH: Ich war davor in großen Unternehmen tätig und spüre hier, dass man in einem KMU viel mehr Impact hat. Die Organisation ist viel agiler und sehr flexibel. Man kann viel mehr erschaffen. Hätte man mir vor drei Jahren gesagt, dass wir leasen, hätte ich gesagt: „Auf gar keinen Fall.“ Drei Jahre später ist das ein wesentlicher Bestandteil – und es funktioniert sehr gut.

CD: Ich habe für Regierungen gearbeitet und dort viel Forschung betrieben. Ich finde, die KMU sind der agilste Markt und stellen die meiste Innovation bereit. Große Industrieprojekte laufen über Jahre, Entwicklungen gehen sehr langsam. Hier bewegt sich alles in einem Zyklus von ein paar Wochen oder Monaten. Dass wir in der Ukraine nach so kurzer Zeit wieder in der Luft ­waren, das kann nur in einem KMU passieren. Aber man braucht auch einen ­Eigentümer, der sich für das Produkt interessiert und darin investieren möchte – anstatt einfach nur Geld zu machen. Anders würde das Unternehmen nicht überleben.

 

Text: Elisabeth Woditschka
Fotos: David Višnjić

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