Frauen, die Außergewöhnliches leisten

Es kommt ja doch nicht von ungefähr. Die Juli-Ausgabe 2015, gleichzeitig die erste in unserer noch jungen Geschichte mit einem Frauenschwerpunkt, erntete extrem viel positives Feedback. Und auch in dem vor Ihnen liegenden Magazin widmen wir uns – ein Jahr später – wieder verstärkt Frauen, die Außergewöhnliches leisten.

(Hinweis: Die aktuelle Ausgabe kann hier bestellt werden)

Vor allem gab uns der Schwerpunkt aber die Möglichkeit, noch gezielter nach ebensolchen Frauen zu suchen. Und wir sind – wenig überraschend relativ problemlos – fündig geworden.

Etwa bei der Linzerin Sophie Chung, die trotz abgeschlossenem Medizinstudium mittlerweile als Unternehmerin in Berlin tätig ist (Seite 26). Mit ihrem medizinischen Start-up Junomedical will sie das Leben von Patienten weltweit durch die Vermittlung der richtigen medizinischen Dienstleistung im Ausland verbessern. Dabei denkt die Unternehmerin über Grenzen hinweg und will dennoch nicht Wachstum um jeden Preis erlangen, sondern zuallererst das Vertrauen der Patienten gewinnen. Und Chung sprach uns im Interview aus der Seele, als sie folgende Worte sagte: „Ich bin schon stolz, als Österreicherin ein Medizin- bzw. Technologie-Start-up im Ausland gegründet zu haben. Und ich hoffe sehr, dass es davon bald mehr Fälle gibt.“ Wir hoffen das natürlich auch.

Viel Inspiration und Motivation kann man sich unterdessen auch bei Erika Padan Freeman holen (S. 32). Sie ist die letzte aus Wien stammende Psychoanalytikerin, musste 1940 vor dem Nazi-Terror nach New York flüchten und wurde dort zu einer TV- und Radio-Berühmtheit, die allerhand Stars therapiert. Und obwohl sie über die Namen ihrer Patienten natürlich nicht sprechen darf, gibt die Tatsache, dass sie mit Regisseur Woody Allen oder der legendären Marilyn Monroe befreundet war, eine Vorstellung davon, welche Kaliber bei ihr „auf der Couch lagen“. Warum es vielen Frauen schwerer fällt, zu netzwerken, war nur eine der zahlreichen Fragen, die wir mit ihr im Gespräch erläuterten.

Was erwartet Sie sonst noch in diesem Magazin, dessen Lektüre Sie hoffentlich im wohlverdienten Sommerurlaub am Strand, in den Bergen oder in einem Café in Ihrer Lieblingsstadt genießen? Unser Ranking befasst sich mit den „Richest Selfmade Women“ der USA – und bei den reichsten Frauen kommt, angeführt von der fast fünf Milliarden US-$ schwerden Dachdeck-Mogulin Diane Hendricks, so einiges an Kohle zusammen.

In unserer Rubrik „CEO-Corner“ (S. 56) haben wir diesmal ein ganz besonderes Doppelinterview: Erste-Bank-Vorstand Peter Bosek und Investorin Marie-Hélène Ametsreiter sprachen mit uns über Fintech-Trends und die Folgen des Brexit auf diese Branche.

Wir wollen uns aber trotz der guten Laune, in die uns diese spannenden Geschichten versetzten, keinen Illusionen hingeben: Es gibt noch viel zu tun. Frauen sind in den Vorstandsriegen der heimischen Unternehmen unterrepräsentiert, verrichten verglichen mit ihren männlichen Pendants etwa das Dreifache an unbezahlter Arbeit, und Start-up-Gründerinnen sind weiter in der Minderheit – doch die Tendenz bei Unternehmensgründerinnen ist stark im Steigen begriffen.

Bis diese Probleme behoben sind, geben wir der öffentlichen Wahrnehmung aber gerne einen kleinen Schubs und holen lässige Frauen vor den Vorhang. In der Hoffnung, dass wir damit zumindest einen kleinen Beitrag auf dem richtigen Weg leisten können.

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