Frau, trau Dich beruflich mehr

Die Boston Consulting Group zeigt mit ihrer neuesten Studie „Frau Dich! – Das schlummernde Potenzial der Frauen für die österreichische Wirtschaft”, dass Frauen in Österreich beruflich mehr könnten. Das Thema wurde bei der Forbes Women’s Late Night diskutiert. 

Die Kernaussage, der im Oktober 2016 veröffentlichten Analyse des österreichischen Arbeitsmarkts und Bildungsstands, im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz wirkt ernüchternd: Bildung alleine reicht hierzulande nicht, denn trotz starkem Anstieg bei der Akademikerquote stagniert die Frauenquote in den Führungsriegen. In Österreich sind zudem 30 Prozent mehr Akademikerinnen erwerbslos, als in der Schweiz. Dies ist unter anderem auf einen höheren Anteil an Teilzeitarbeit zurückzuführen. Doch auch in Österreich sei laut BCG ein massiver Anstieg von Teilzeitjobs, speziell in für Frauen karriererelevanten Phasen zu verzeichnen, doch die Rückkehr in die Vollzeit bleibt meist – wohl auch im Sinne der Kindererziehung – aus. Auch sollen weibliche Führungskräfte ohne Kinder noch immer bessere Aufstiegschancen haben.

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Generell sind in Österreich nach wie vor zehn Prozent weniger Frauen erwerbstätig als Männer. Hierzulande arbeiten 70 Prozent der Frauen, während in der Schweiz 80 Prozent berufstätig sind. In der gesamten DACH-Region liegt die Differenz zu erwerbstätigen Männern bei rund zehn Prozent. Dabei lohnt es sich ganz offensichtlich, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Eine BCG-Schätzung zeigt, dass ein stärkerer und adäquaterer Einsatz von Frauen, die Wertschöpfung um 17 Milliarden € steigern könnte. Doch ohne eine nachhaltige Veränderung der Unternehmenskultur, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich machen sollte, sind Frauen nach wie vor am Aufstieg gehindert. Dabei gilt das Engagement von weiblichen Führungskräften als Schlüssel für die Top-Performance von Unternehmen.

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Doch Elemente männlich geprägter Unternehmenskultur, wie zum Beispiel die sogenannte Hochleistungskultur, die eine temporäre Einschränkung der Leistungsfähigkeit (zB. Familienplanung) nicht zulässt, oder eine konservative, traditionelle Kultur, die Geschlechtern bestimmte Rollen zuweist, sind unter anderem Gründe dafür, warum Frauen in Führungspositionen nach wie vor stark unterrepräsentiert sind. Um das große Potenzial weiblicher Arbeitskräfte auch zu nutzen, sollten Frauen schon früh bei der Karriereplanung unterstützt werden, Frauennetzwerke gefördert, und flexible sowie für Mütter attraktive Teilzeitmodelle, nach einer Babypause etabliert werden. So ist eine strategische Veränderung hin zu einer Kultur möglich, in deren Rahmen die Mitarbeitervielfalt für das Unternehmen gewinnbringend erschlossen werden kann.

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