Forbes Milliardärs-Liste: Die reichsten Menschen der Welt

Text: Kerry A. Dolan, Luisa Kroll | Forbes US

Es war ein Rekordjahr für die reichsten Menschen des Planeten. Die Anzahl der weltweiten Milliardäre stieg um rund 13 Prozent auf 2.043, im Vorjahr waren es „lediglich“ 1.810. Zum ersten Mal sind auf der Forbes-Liste also mehr als 2.000 Menschen mit zehnstelligen Vermögen vertreten. Und auch ihr Gesamtvermögen ging nach oben: 18 Prozent mehr als 2016 besitzen die Reichsten der Welt, in Zahlen 7,67 Billionen US-$ – ebenfalls ein neuer Rekord. Dreimal so viele Personen auf der Liste hatten in den letzten zwölf Monaten einen Zuwachs ihres Vermögens wie Verluste.

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Reichster Mensch der Erde ist erneut Bill Gates
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Nummer 2: Investor Warren Buffett
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Den dritten Rang hält Amazon-Gründer Jeff Bezos


Bill Gates ist zum vierten Mal in Folge der reichste Mensch der Welt. Zudem war Gates in 18 der letzten 23 Jahre die Nummer eins auf der Liste. Sein Vermögen beläuft sich auf 86 Milliarden US-$, 2016 waren es „nur“ 75 Milliarden US-$.

Den grössten Zuwachs verzeichnete Amazon-Gründer Jeff Bezos: Er legte 27,6 Milliarden US-$ zu und besitzt 2017 rund 72,8 Milliarden US-$. Damit ist er unter den Top 3 der Liste vertreten. Knapp vor Bezos liegt Warren Buffet, der nach Bezos den zweitgrößten Zuwachs verzeichnete. Buffett „verdiente“ 14,8 Milliarden US-$, was ihm Platz 2 zurückbrachte – 2016 stand Zara-Eigentümer Amancio Ortega noch am Podest. Doch auch Ortega hat keinen Grund, traurig zu sein: Mit 4,3 Milliarden US-$ Zuwachs hat auch der Spanier noch immer gut lachen.

Aus Österreich stammen diesmal sieben Milliardäre. Der mit Abstand jüngste im Spitzenfeld ist Facebooks Mark Zuckerberg, der mit seinen 32 Jahren auf Platz 5 liegt und sein Vermögen in den vergangenen zwölf Monaten um über 11 Milliarden US-$ vergrößerte. Knapp hinter ihm liegt der ehemals reichste Mensch der Erde Carlos Slim. Der Mexikaner findet sich somit zum ersten Mal seit zwölf Jahren nicht in den Top 5 wieder.

Insgesamt sind 195 Neuzugänge auf der Liste vertreten. Dabei kommen die meisten Newcomer aus China, 76 an der Zahl. Die USA stellen 25 neue Gesichter. Prominente Newcomer sind etwa der Gründer der Outdoormarke Patagonia Yvon Chouinard; Viking Cruises-Gründer Torstein Hagen aus Norwegen; der US-Hedgefondsmanager Cliff Asness sowie zwei seiner Partner; und die beiden Iren John und Patrick Collison, die als Gründer des Online-Zahlungsanbieter Stripe reich wurden.

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Snapchat-Gründer Evan Spiegel (26 Jahre) machte mit dem Snap-IPO nach dem Stichtag nochmals Kasse
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Der Ire Patrick Collison (26 Jahre) gründete den Online-Zahlungsanbieter Stripe

John Collison ist mit seinen 26 Jahren gleichzeitig der jüngste Milliardär der Welt. Nur zwei Monate älter ist Snapchats Evan Spiegel. Die Collison-Brüder sind, gemeinsam mit den Snapchat-Gründern Spiegel und Bobby Murphy, übrigens die einzigen Selfmade-Milliardärde in ihren Zwanzigern. Insgesamt finden sich auf der Liste 56 Milliardäre unter 40 Jahren, letztes Jahr betrug die Zahl noch 66.

Neben den Jünglingen finden sich auf 15 neue Frauen auf der Liste. Dabei stammen mit einer einzigen Ausnahme alle von ihnen aus Asien. Zehn davon kommen alleine aus China. Zudem ist erstmals eine Frau aus Vietnam gelistet: Nguyen Thi Phuong Thao, die ihre Low Cost-Airline VietJet im Februar 2017 an die Börse brachte.

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SHI-Eigentümerin Thai Lee ist die einzige weibliche Newcomerin aus den USA

Die einzige amerikanische Newcomerin ist die Selfmade-Milliardärin Thai Lee, die zwar aus Thailand stammt, jedoch bereits als Kind in die USA emigrierte. Sie leitet das – am Umsatz gemessen – größte weiblich geführte Unternehmen in den USA, SHI. Insgesamt finden sich 227 Frauen auf der Liste. Zehn davon haben ihr Unternehmen gemeinsam mit ihrem Ehemann oder Bruder gegründet oder teilen sich die Eigentümerschaft, wodurch sich auch ihr Vermögen aufteilt.

Die USA sind weiterhin der Anführer im Nationenranking. 2017 sind rekordbrechende 565 US-Amerikaner auf der Liste – 2016 waren es „nur“ 540. China holt aber mit bereits 319 Milliardären schnell auf (Hongkong hat zudem noch 67 Personen auf der Liste, aus Macau stammt ein Vertreter).  Danach folgen Deutschland mit 114 und Indien mit 101 Personen.

87 Menschen sind im Vergleich zum Vorjahr aus dem Ranking herausgefallen – davon 33 aus China und sieben aus den USA. Das heißt natürlich nicht, dass sie nicht mehr zu den Superreichen dieser Welt zählen, doch vielleicht teilen sie ihr Vermögen nun mit mehr Familienmitgliedern und qualifizieren sich daher nicht für die Liste. Zudem verstarben 20 Milliardäre, unter ihnen der Gründer des Mietautounternehmens Enterprise, Jack Taylor und Michael Ilitch, der gemeinsam mit seiner Frau Marian Little Caesar’s Pizza gegründet hatte.

Methodologie

Die Forbes Milliardärs-Liste ist eine Momentaufnahme des Vermögens vom 17. Februar 2017. Wir verwenden Aktienpreise und Wechselkurse auf der ganzen Welt, um das Nettovermögen zu berechnen. Einige Vermögen haben sich seitdem massiv verändert. Ein Beispiel dafür sind die Snapchat-Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy, deren Vermögen am 2. März um 1,4 Milliarden US-$ nach oben schnellte, als ihr Unternehmen, die Snapchat-Mutter Snap, erfolgreich an die Börse ging.

Wir listen Individuen und nicht mehrere Generationen von Familien auf, die sich Vermögen aufteilen. Wir inkludieren jedoch Vermögen, das dem Ehepartner oder den Kindern gehört, falls die jeweilige Person der Ursprung deren Vermögens ist. Tägliche Updates der Liste finden sich unter: forbes.com/billionaires.

Fotocredits: Forbes US

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