Die rasante Vermehrung der Einhörner

Unicorns, das sind Start-ups mit einer Bewertung in Milliardenhöhe, die bei weitem nicht so selten sind wie ihre mythologischen Namensgeber. Forbes Austria hat sich die Top 10 der wertvollsten Neugründungen genauer angesehen.

Nach aktuellen Informationen von statista.com werden derzeit 112 Startups von Venture-Capital-Firmen mit je einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet, das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 73 der Unternehmen aus dem Milliarden-Dollar-Startup-Club haben ihren Sitz in den USA, weitere 27 stammen aus Asien und lediglich zehn kommen aus Europa. Als Start-up gelten übrigens nur junge Unternehmen, die eine innovative Geschäftsidee verfolgen und mit dem Ziel gegründet werden, schnell zu wachsen, was man den folgenden Top 10 ohne weiteres zuschreiben kann:

1. Uber

Das erstplatzierte Einhorn mischt zur Zeit auch in Europa die Taxibranche auf. Uber wurde 2009 als Limousinenservice gegründet und verzeichnete 2013 einen Umsatz von 213 Millionen-$. Über eine Smartphone-App, oder seine Website, vermittelt das amerikanische Unternehmen heute Fahrgäste an Mietwägen mit Fahrer, sowie private Fahrer mit eigenem Auto. Weiters werden auch reguläre Taxis vermittelt. Uber erhält dabei eine zwanzigprozentige des Fahrpreises. Gegen diese neue Online-Konkurrenz protestierten bereits tausende Taxifahrer in Deutschland, Spanien, Frankreich und England. Auch in Wien blockierten Taxler am 9. September des Vorjahres die Mariahilfer Straße und planen rechtliche Schritte gegen den Billig-Anbieter.

Unternehmenswert: 50 Milliarden US-$ (Juli 2015), Eigenkapitalfinanzierung: 5,6 Milliarden US-$

2. Xiaomi Tech

Der chinesische Smartphone-Hersteller wurde 2010 von Lei Jun gegründet und bereits 2013 zum Marktführer in China. Ende 2014 wurde das junge Unternehmen nach dreistelligen Wachstumsraten bereits als drittgrößter Smartphone-Hersteller gelistet.

Unternehmenswert: 46 Milliarden US-$ (Dezember 2014), Eigenkapitalfinanzierung: 1,4 Milliarden US-$

3. Airbnb

Auf der Plattform airbnb.com können Privatpersonen ihr Zuhause oder Teile davon zur Miete anbieten. Der erfolgreiche Community-Marktplatz wurde 2008 im kalifornischen Silicon Valley gegründet und übernimmt für die Vermittlungen keinerlei rechtliche Verpflichtung. Bis Juni 2012 wurden nach Angaben des Unternehmens mehr als zehn Millionen Übernachtungen online gebucht. Aktuell versucht das österreichische Finanzamt Einblick in die Umsätze heimischer Privatvermieter zu erlangen, um sicherzustellen, dass auch im Bereich der privaten Zimmervermittlung Steuern eingehoben werden.

Unternehmenswert: 25,5 Milliarden US-$ (Juni 2015), Eigenkapitalfinanzierung: 2,3 Milliarden US-$

4. Palantir Technologies

2010 war Palantir eine von drei Firmen, die beauftragt wurden, eine Strategie gegen die Veröffentlichung geheimer staatlicher Dokumente durch WikiLeaks zu erarbeiten und wurde dadurch weltweit bekannt. Das US-amerikanische Softwareunternehmen wurde 2004 in Palo Alto gegründet und stellt zum Beispiel Software-Anwendungen für den amerikanischen Geheimdienst CIA bereit.

Unternehmenswert: 20 Milliarden US-$, Eigenkapitalfinanzierung: 1,5 Milliarden US-$

5. Snapchat

Der kostenlose Instant-Messaging-Dienst ermöglicht es, Fotos an Freunde zu versenden, die nur eine bestimmte Anzahl an Sekunden sichtbar sind und sich dann selbst zerstören. Robert Murphy und Evan Spiegel haben das Unternehmen 2011 gegründet und konnten 2013 bereits täglich 350 Millionen Nachrichten verzeichnen, die über ihren Dienst versendet wurden.

Unternehmenswert: 16 Milliarden US-$ (Mai 2015) Eigenkapitalfinanzierung: 1,2 Milliarden US-$

6. Flipkart

Studien zufolge wächst der Internet-Handel in Indien derzeit um 34 Prozent pro Jahr. Das kommt dem 2007 gegründeten Online-Händler Flipkart sehr gelegen, der zudem unter dem Namen “DigiFlip” eine eigene Produktserie an Tablets, USBs und Laptop Taschen herausgebracht hat. Auf dem 13 Milliarden Dollar schweren aufstrebenden, indischen Markt konkurriert Flipkart mit Amazon, Snapdeal, Jabong und Ebay.

Unternehmenswert: 15 Milliarden US-$ (April 2015) Eigenkapitalfinanzierung: 3 Milliarden US-$

7. Didi Kuaidi

Didi Kuaidi ist das chinesische Pendant zu Uber. Die beiden Fahrdienstvermittler kämpfen erbittert um den Markt im Reich der Mitte. Im Gegensatz zu Uber kann man mit der App der Chinesen auch reguläre Taxis bestellen – die Zahl der Proteste von wütenden Taxifahrern dürfte somit ausbleiben.

Unternehmenswert: 15 Milliarden US-$ (Juli 2015) Eigenkapitalfinanzierung: 3 Milliarden US-$

8. SpaceX

Tesla-Besitzer und PayPal-Gründer Elon Musk ist auch Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX. Das Start-up verfolgt das Ziel, die notwendigen Technologien zu entwickeln, um der Menschheit die baldige Kolonialisierung des Mars zu ermöglichen. Mit über 4.000 Mitarbeitern – SpaceX wurde 2002 gegründet – ist das Unternehmen mittlerweile voll in der privaten Raumfahrt etabliert.

Unternehmenswert: 12 Milliarden US-$ (Jänner 2015) Eigenkapitalfinanzierung: 1,1 Milliarden US-$

9. Pinterest

Pinterest befindet sich in guter Gesellschaft mit anderen erfolgreichen Tech-Unternehmen, hat es doch seinen Sitz ebenfalls im Silicon Valley. Pinterest-User können Bilder an virtuelle Pinnwände heften und so mit anderen Nutzern kommunizieren. Das Unternehmen wurde unter anderem von Ben Silberman gegründet, der auch heute noch als CEO fungiert.

Unternehmenswert: 11 Milliarden US-$ (Februar 2015) Eigenkapitalfinanzierung: 1,3 Milliarden US-$

10. Dropbox

Der Erfolgslauf des Filehosters Dropbox nahm seinen Anfang im Kopf zweier Studenten in San Francisco. Der Dienst ist bei Privatkunden wie Unternehmen gleichermaßen beliebt, das Unternehmen lukrierte bereits über 600 Million Dollar an Fundings und wurde mit zehn Milliarden US-$ bewertet – das reicht für Platz 10 in der Liste.

Unternehmenswert: 10 Milliarden US-$ (Jänner 2014), Eigenkapitalfinanzierung: 607 Millionen US-$

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Foto: Shutterstock MarbenZu
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