Die Nacht des Robo Sapiens: Ein gelungener Auftakt

Am Mittwoch vergangener Woche starteten wir erfolgreich in die Veranstaltungsreihe „Forbes Impact“. Unter dem Titel „Die Nacht des Robo Sapiens“ blickten wir auf das Thema „Künstliche Intelligenz“ – aus verschiedensten Perspektiven. 

Video: Alex Cristurean

Über 80 Gäste sind dem Aufruf, sich einen Abend lang von Artificial Intelligence (AI) inspirieren zu lassen und darüber zu diskutieren, gefolgt. Das Publikum war eine bunte Mischung aus Jung und Alt, CEOs saßen neben Studenten, Corporates neben Start-ups.

Den Auftakt zum Abend machte eine große Ankündigung von Forbes-Herausgeberin Heidi Aichinger und Zürich-Büroleiter Klaus Fiala: Wir erweitern unseren vormals  österreichischen Wirkungsradius auf die Regionen Bayern, Baden-Württemberg, Liechtenstein, die Schweiz und Südtirol. Bei der Suche nach Geschichten, wie auch Lesern, machen wir also nicht mehr an Landesgrenzen halt. Das macht aber nicht nur inhaltlich, sondern auch ökonomisch Sinn: So haben wir nämlich auf einen Schlag 40 Millionen potenzielle Leser, die sich nicht nur in ihrer Sprache, sondern auch in Anschauungen und Werten ähneln. Zudem hat der Dialog mit Lesern und Partner gezeigt, dass dieser Plan auf enorm viel positives Feedback stößt.

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Heidi Aichinger und Klaus Fiala zum neuen Wirkungsradius. Foto: David Visnjic

Das Highlight der Veranstaltung kam anschließend: Eine Keynote von Ben Goertzel. Der renommierte AI-Forscher erklärte in seiner Rede „AI: From Deep Learning to Deep Understanding“, was AGI – also Artificial General Intelligence – bedeutet. Denn laut Goertzel sollen sich die Fähigkeiten von AI nicht mehr auf isolierte Fragestellungen, etwa Schach oder Go, beschränken. Vielmehr soll die Technologie auch den Kontext von Situationen verstehen und mit eigenem Wissen darauf reagieren und Entscheidungen treffen können. Der Forscher sieht die Zukunft auch darin, dass der Mensch direkt mit seinen Devices verbunden sein soll – etwa einem Smartphone, das mit dem Gehirn kommuniziert – und vizeversa.

Das Podium zum Thema „AI: Now and Then“ stellte einige Punkte der Keynote zur Diskussion und brachte weitere Perspektiven ins Spiel. Neben Goertzel nahmen Isabell Kunst von Xephor Solutions (einem Startup, das eine AI programmiert hat, mit Sitz in Perchtoldsdorf) und Marc Coeckelbergh, Technologie-Philosoph von der Universität Wien, auf der Bühne Platz. Ihr Fazit fiel durchwachsen aus: So sei AI zwar schon weit gekommen. Roboter in der Gesellschaft zu begrüßen? Davon sind wir noch weit entfernt.

Als Software wird AI laut den Diskutanten jedoch bereits in drei bis sieben Jahren im Großteil der Wirtschaft und auch bei der Menschheit angekommen sein. Wann das Zeitalter der Cyborgs anbricht, also von Menschen, die direkt mit Technologie verbunden sind, ist hingegen nur grob einzuschätzen. Es ergeben sich allerdings unterschiedliche Szenarien – jene, die diesen Umbruch begrüßen und verwenden werden und auch jene die sich dessen verweigern werden. Isabell Kunst beschäftigt beispielsweise vor allem aus der eigenen Erfahrung des Alltags im Arbeiten mit AI die Frage, wen man für Entscheidungen verantwortlich machen soll, die eine AI trifft. Die Technologie hat nämlich kein Bewusstsein darüber, was sie eigentlich tut.

Auch Mark Coeckelbergh gab zu bedenken, dass ethische Fragestellungen uns umso mehr beschäftigen werden. Etwa: Wen machen wir für Entscheidungen einer AI verantwortlich? Den Käufer des Services? Denjenigen, der Situationen und Reaktionsweisen mit der Technologie trainiert hat? Oder den Anbieter? Hier kommt einiges auf uns zu, meint Coeckelbergh. Vor allem aber plädierte er an uns Menschen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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v.l.n.r.: Mark Coeckelbergh (Technologie-Philosoph), Isabell Kunst (CEO Xephor Solutions), Ben Goertzel (Chief Scientist Hanson Robotics) und Elisabeth Woditschka (Forbes)

Wir freuten uns über das große Interesse und die angeregte Diskussion und freuen uns auf die nächsten Teil der Impact Serie zu unserer „Currency“-Ausgabe.

Fotos: David Visnjic

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