Mobility.Pioneers: Das Auto der Zukunft

Das erste Side-Event der Wiener Start-up-Konferenzschmiede Pioneers widmete sich dem Thema Mobility. Dabei zeigte sich, dass die anstehenden Umbrüche groß sind – und Große wie Kleine gleichermaßen den Innovationsbedarf erkannt haben.

Dass unser modernes Transportsystem durchaus noch Innovationsbedarf hat, bekam einer am eigenen Leibe zu spüren, der die Szene gut kennt. Doch es waren keine technischen Probleme, die Nicholas Gobuert, Vice President of Product beim digitalen Kartenservice HERE, von seinem Auftritt beim ersten Side-Event von Pioneers abhalten sollte. Vielmehr machte ihm das streikende Personal vom Berliner Flughafen einen Strich durch die Rechnung.

Gouberts Abwesenheit war zwar ein Verlust für das Event, doch die verbliebenen Speaker bei „Pioneers.Mobility“ in München waren deshalb nicht weniger prominent. Zipcar-Gründerin Robin Chase stellte ein Video über die Zukunft der Mobilität bereit, wobei sie die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von technologischer Entwicklungen und politischer Führung betonte.

Die jüngste Ankündigung von Ford, eine Milliarde US-$ in das Start-up Argo AI zu stecken, dass sich mit selbstfahrenden Autos beschäftigt, zeigte gleich mehrere Sachverhalte in der Branche: Große und Kleine werden in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten; es gibt unfassbar viel Investitionsnotwendigkeit, um die Zukunft der Mobilität positiv zu gestalten; und diese Investitionen bieten für junge Unternehmen großes Potenzial.

Denn es wird noch einiges an technischem Fortschritt brauchen, um unser Transportsystem für autonomes Fahren fit zu machen. So stellte etwa Jens Kahrweg, General Manager für die EMEA-Region beim Start-up Savari, im von Forbes-Redakteur Klaus Fiala moderierten „Connected Vehicles“-Track V2X-Sensoren vor. Sie sollen Autos in Zukunft ermöglichen, mit ihrer Umgebung und auch miteinander zu kommunizieren.

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Jens Kahrweg von Savari über V2X-Sensoren im von Forbes moderierten „Connected Vehicles“-Track

Das soll vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Und auch im Track „Autonomous Driving“ diskutierten Jan Erik Solem von Mapillary, Willem Strijbosch von TomTom, Luca Verre von Chronocam und Steffen Heinrich von Volkswagen über Technologien, um Fahrzeuge in Zukunft wirklich selbstfahrend zu gestalten.

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Cyril Vancura (Bosch), Willem Strijbosch (TomTom), Luca Verre (Chronocam), Jan Erik Solem (Mapillary) und Steffen Heinrich (VW) diskutieren über „Autonomous Driving“

Dabei stellten sich vor allem für etablierte Unternehmen einige spannende Fragen: Etwa, wie Volkswagen seine Marke in einer Zeit von selbstfahrenden Autos von anderen unterscheiden will? Denn, so der Teilnehmer aus dem Publikum, „bei selbstfahrenden Autos ist es den Kunden, ähnlich wie bei Taxis, vermutlich egal, welche Marke das Fahrzeug hat.“ Und auch beim Vortrag von Uber Deutschland-Chef Christoph Weigler kam eine ähnliche Frage aus dem Publikum: „Was macht Uber mit all seinen Fahrern, wenn der Großteil der Autos autonom unterwegs ist?“

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Uber Deutschland-Chef Christoph Weigel zum Thema „The Future of Urban Mobility“

Die immer wieder auftretenden kontroversen Diskussionen zeigten, dass noch niemand in der Branche ein Allheilmittel gefunden hat. Und dass nicht nur das Interesse – das Münchner Muffatwerk war während des Events gesteckt voll – sondern auch die Unsicherheit groß ist. Das hält Start-ups aber nicht davon ab, die Branche aufzumischen. Bei den insgesamt zwölf Jungunternehmen, die um einen von Magna zur Verfügung gestellten Preis pitchen durften, waren verschiedenste Aspekte der Branche vertreten. Das Potenzial wurde aber äußerst differenziert betrachtet, wie die Diskussionen der Jurys zeigte.

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Eric Allen, President vom Start-up LISNR, pitcht im „Connected Vehicles“-Track – und setzte sich mit seiner Präsentation gegen drei andere Jungunternehmen durch

Denn die Frage, die sich auch Start-up-Gründer stellen müssen, ist folgende: Wie sehe ich die Zukunft der Mobilität? Denn wenn man Robin Chase glauben darf, dauert es nur noch wenige Jahre, bis 75 Prozent der Autos selbstfahrend sind. Was etwa Parkprobleme verschwinden lassen würde – inklusive der zugehörigen Start-ups.

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Networking pur unter den Konferenzteilnehmern

Neben der Moderation des „Connected Vehicles“-Track waren auch zwei Gewinner des Forbes-Ticket-Gewinnspiels vor Ort. Ihre Mobilität wurde von unserem Partner Alfa gefördert: Auf der „Road to Munich“ waren sie mit einem Alfa Romeo Giulia mit satten 180 PS unterwegs.

Zudem dienten die zahlreichen Gespräche und Vorträge bereits als Recherche für unseren in der Juni-Ausgabe anstehenden Mobilitäts-Schwerpunkt. Die restlos ausverkaufte Event zeigte, dass das Interesse groß ist – genauso wie die Unsicherheit. Denn ein Allheilmittel für die Mobilität der Zukunft hatte keiner der Speaker. Die Investitionen von Ford, VW, Google & Co. zeigen, dass es viel zu tun – und damit auch zu erzählen gibt. Gut so – dann wird’s jedenfalls nicht langweilig.

Fotocredits: Pioneers

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