AUTORIN: Sophie von Puttkamer 

Wenn Elias Atahi an die Anfänge von UNU-Motors zurückdenkt, verzieht sich sein Gesicht. „Die ersten drei Jahre waren fast schon Sisyphusarbeit. Wir hatten sehr begrenzte Mittel und tüftelten gemeinsam mit unseren Suppliern und unserem Manufakteur mit den Bauteilen wie mit Legosteinen. Wir hatten keine Gewissheit, ob das alles was wird.“ Trotz Sprachbarriere und herben Rückschlägen war die Zeit in China Gold wert: „Schon damals hatte die Regierung Benzin-Roller in den Städten verboten. Dadurch besetzten elektrische Roller mit etwa 40 Millionen verkauften Stück pro Jahr 99 Prozent des Weltmarktes. Da steckte eine Menge Know-how für uns drin.“

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Inzwischen ist der Roller von UNU-Motors ein Erfolgsmodell, das sich auf drei Säulen stützt: ein mobiler Akku, der an jeder heimischen Steckdose aufladbar ist, ein fairer Preis (etwa der eines normalen Benzin-Rollers) und ein cooles Design. Vor zwei Jahren zog die Firma von München nach Berlin. Neben der Zelebration der Stadtkultur macht Berlin die Firma für internationale Mitarbeiter attraktiv. Über 20 Nationalitäten finden sich unter den 45 Mitarbeitern, etwa Kanada, Amerika oder die Türkei. Dass die Firma weiteres Potenzial bietet, zeigt sich auch an der Bereitschaft verschiedener Investoren, frisches Kapital beizusteuern. 7,5 Millionen € sind gerade zusammengekommen. Das Geld fließt in die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs: „Darüber verrate ich noch nichts“, sagt Elias Atahi grinsend.

Fotos: David Višnjić

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