Dennis Humhal

Der studierte Maschinenbauer ist nach Stationen bei Lufthansa und BMW mittlerweile COO bei Konux. Das Münchner Unternehmen befasst sich mit dem „Industrial Internet of Things“. Humhal: Wir verbinden smarte Sensoren mit einer KI-basierten Analytikplattform, um Echtzeiteinblicke in den Zustand von Maschinen und Infrastruktur zu bieten.

Wie lässt sich Konux in wenigen Sätzen beschreiben? Wie kam es zu der Idee für das Unternehmen?

KONUX ist ein Münchner IIoT-Unternehmen*, das smarte Sensoren mit einer KI-basierten Analytik-Plattform verbindet, um Echtzeit-Einblicke in den Zustand von Maschinen und Infrastruktur zu bieten und vorausschauende Instandhaltung zu ermöglichen. Durch diese ganzheitliche Lösung können Kunden ihre Infrastruktur durchgehend überwachen, Wartungsbedarf frühzeitig erkennen und Betriebsabläufe optimieren.
KONUX arbeitet derzeit an der Digitalisierung der Europäischen Bahninfrastruktur. Die durchgehende Zustandsüberwachung von Weichen hilft Eisenbahnunternehmen, die Verfügbarkeit ihrer Netze zu optimieren und Pünktlichkeit zu erhöhen

Wir Gründer haben uns damals durch Entrepreneurship-Workshops der Technischen Universität München kennengelernt, die wir im Rahmen unseres Masterstudiums und der Programme “Manage & More” und CDTM (Center for Digital Technology & Management) besucht haben. Unsere Grundidee war, Industrieunternehmen eine innovative, maßgeschneiderte IoT-Lösung zu bieten. Wir wollten ihnen helfen, die Vorteile des Internets der Dinge für sich zu nutzen und ihren Betrieb effizienter zu machen. In der Anfangsphase unseres Unternehmens haben wir erkannt, dass wir durch unsere Rundum-Lösung aus smarter Sensorik und künstlicher Intelligenz insbesondere im Bereich “vorausschauende Instandhaltung” echten Mehrwert schaffen können.

*IIoT = Industrial Internet of Things

Welches Potenzial sehen Sie für Ihr Produkt? Erzielen Sie bereits Umsätze? Wenn ja, wie hoch sind diese?

Wir konzentrieren uns derzeit auf die Eisenbahnbranche. Infrastrukturbetreiber sind stets auf der Suche nach Möglichkeiten, um das Netz noch effizienter und ihren Betrieb noch reibungsloser zu gestalten. Optimierte Wartungsprozesse, mit deren Hilfe Wartungsbedarf rechtzeitig erkannt und Instandhaltungsmaßnahmen optimal geplant werden können, sind ein sehr effektiver Weg, um dieses Ziel zu erreichen und genau hier setzt unsere Technologie an.

Wann soll die Profitabilität erreicht werden?

Da KONUX erst 2014 gegründet wurde und VC-finanziert ist – nach Abschluss unserer Serie A beläuft sich unsere Finanzierung auf 16 Millionen Dollar, gilt unser Unternehmen noch als Startup und unsere wichtigste Aufgabe zur Zeit ist es, auf Produkt- und Kundenseite zu überzeugen. Daher konzentrieren wir uns zu 100% auf unsere bestehenden Kundenprojekte und auf die Expansion auf dem europäischen Markt, die wir dieses Jahr bereits erfolgreich beginnen konnten. Insofern steht bei uns momentan das Wachstum im Vordergrund.

Wie stehen Sie zu ethischen Fragen, etwa bei Fehlern von auf künstlicher Intelligenz basierender Software?

Ich glaube, hier muss man stark zwischen dem Umgang mit personenbezogenen und maschinenbezogenen Daten unterschieden. Wir fokussieren uns rein auf maschinenbezogene Daten. KI löst dort erstmal kein Problem sondern ist ein Tool, welches benutzt werden kann, um Probleme zu lösen. Wie bei mathematischen Verfahren auch muss die Sicherheit durch ausführliche Tests gewährleistet werden. Wir setzen nur das ein, was wir verstehen und testen können.

Spüren Sie Leistungs- bzw. Erfolgsdruck in Ihrem Dasein als junge Unternehmer? Falls ja: Wie gehen Sie damit um?

Ich glaube Druck spürt jeder heutzutage in unserer vernetzten Gesellschaft. Ein starkes Team, Freunde und Sport helfen jedoch, damit gut umzugehen.

Worauf legen Sie im Leben wert (Geld, Sinn in der Arbeit, Freizeit, Familie)? Wie teilen Sie sich Ihre Zeit zwischen diesen Dingen auf?

Sinn in der Arbeit. Wir alle verbringen viel Zeit in der Arbeit und brauchen eine spannende Herausforderung, um jeden Tag mit einem Lächeln ins Büro zu kommen und auch wieder mit einem zu gehen, selbst wenn das häufig erst zu später Stunde ist.

Was sind Ihre bzw. Konux’ Ziele für die Zukunft?

Für uns steht zunächst die europäische Expansion an, die in diesem Jahr bereits erfolgreich angelaufen ist. Hierbei werden wir zunächst einmal der Eisenbahnbranche treu bleiben und diesen Fokus auch in naher Zukunft beibehalten. Längerfristig könnten wir uns jedoch auch vorstellen, unsere Lösung auf weitere Industriebereiche anzuwenden. Überall dort wo Infrastruktur und Maschinen überwacht und Prozesse optimiert werden müssen, fühlen wir uns zuhause. Wir planen zudem, unser Team weiter auszubauen. Wir sind stolz darauf, dass KONUX junge Talente und erfahrene Mitarbeiter, die Expertise im Bereich Machine Learning, Elektrotechnik oder auch aus der Eisenbahnbranche mitbringen, in einem Team vereint und werden diesen Weg auch weiterhin verfolgen.

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